Unsicher und teuer?

01.09.14

GRÜNE plädieren für schmalere Brücke über die Bahn

Auf der Bauausschusssitzung am 26. August musste über die Breite der zukünftigen Brücke über die Bahn entschieden werden. Der Vorschlag der Planer sah eine Fahrbahn von 6,50 m, bergab einen Radfahrstreifen von 1,80 m und bergauf einen Gehweg von 3,50 m Breite vor, auf dem Radfahrer erlaubt sein sollten.

Gegen diese Planung hatten die GÜNEN im Ausschuss insbesondere Sicherheitsbedenken. Zum einen machte den GRÜNEN der gemeinsame Geh- und Radweg Sorgen, da diese Lösung in vielen Fällen zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern führt. Geert Karnick, als Verkehrsplaner für die GRÜNEN im Bauausschuss: „Kaum ein Radfahrer weiß, dass er auf diesen freigegebenen Fußwegen keine Rechte hat und ggf. nur Schrittgeschwindigkeit fahren darf. Und wer dem aus dem Wege gehen will und auf der Straße fährt, ist dort bei der vorgeschlagenen Lösung vollkommen ungeschützt.“

Weiterer Kritikpunkt ist die Fahrbahnbreite von 6,50 m, die zu schnellem Fahren vor allem bergab stadteinwärts einlädt. Geert Karnick dazu: „Ich sehe schon die LKW mit den üblichen 50 km/h plus X in die Stadt rauschen – für Anwohner und querende Fußgänger keine schöne Situation.“

DIE GRÜNEN hatten deshalb vorgeschlagen, die Fahrbahn mit 5,00 m schmaler zu gestalten und die Radfahrer beidseitig durch einen Schutzstreifen von je 1,50 m zu schützen. Diese Trasse wäre für den normalen Kfz-Verkehr vollkommen ausreichend, im Falle eines Begegnungsverkehrs von zwei Lkw oder Bussen, dürften diese die gestrichelte Linie des Radfahrschutzstreifens mit besonderer Rücksicht überfahren und hätten genug Raum.

Die Aussage des auf der Sitzung anwesenden Planers, dass in der RAST 06, dem einschlägigen Regelwerk für den Entwurf von Stadtstraßen, für Straßen mit Linienverkehr eine Fahrbahnbreite von 6,50 m vorgeschrieben sei stimmt nach Ansicht der GRÜNEN so nicht. Vielmehr wird für Verkehrsmengen, wie sie auf der Bahnquerung zu erwarten sind, auch der von den GRÜNEN vorgeschlagene Entwurf erlaubt.

Neben dem Sicherheitsaspekt sind für die GRÜNEN angesichts der zukünftig prekären Haushaltslage auch die Kosten ein Argument: „Sabine Nauruhn, Stadtverordnete der GRÜNEN: „Wenn laut Planer jeder Meter Brückenbreite ca. 330.000 € kostet, würde unser Vorschlag nicht nur die Verkehrssicherheit in Reinfeld erhöhen, sondern auch noch 660.000 € sparen.“

Beispiel einer Fahrbahn mit zwei Radfahrschutzstreifen ©Geert Karnick

Aber nicht nur, dass die Fraktionen von CDU, SPD und WIR den Argumenten der GRÜNEN nicht folgen konnten, haben sie im Ausschuss sogar auf Antrag der CDU eine weitere kostenträchtige Verbreiterung der Brücke um 50 cm beschlossen. „Freie Fahrt für freie Bürger scheint, unter Missachtung aller verkehrswissenschaftlichen Erkenntnisse, weiterhin die verkehrspolitische Position der CDU zu sein. Dass sich die SPD dieser überholten Sichtweise kritiklos anschließt, war für uns dann doch mehr oder weniger überraschend.“ kommentierte Geert Karnick das Ergebnis.

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Bauausschuss Verkehr